“Produktiver Arbeiten: Wie Sie den Flow für sich nutzen”

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie nicht im Flow sind? Sind Sie oft gestresst und wissen nicht, wie Sie sich von Ihrer Anspannung befreien können? Dann bietet Ihnen dieser Artikel gute Anregungen, um wieder einen Schritt vorwärts zu kommen und den Flow zu erleben.

Wer wünscht sich das nicht: Beine hochlegen und trotzdem etwas schaffen. Entspannt sein und dennoch produktiv und erfolgreich sein. Einfach und mühelos soll es gehen.

Das klingt für Sie zu schön, um wahr zu sein? Vielleicht denken Sie sogar jetzt, dass die Arbeit sich doch nicht von selbst erledigt. Das ist kein Wunder, denn viele von uns sind mit der Überzeugung groß geworden, dass wir uns anstrengen müssen, um etwas zu erreichen. Wenn es zu leicht geht, ist etwas nicht in Ordnung. Dennoch ist es so, dass eine Studie das Gegenteil belegt.

In einer 10-jährigen McKinsey Studie wurde festgestellt, dass Führungskräfte Ihre Produktivität verfünffachen konnten, wenn Sie sich im Zustand des Flows befanden. Jeder kennt diesen Zustand, in dem scheinbar alles gelingt, wir ganz im Moment sind. Wir geben uns vollständig einer Aufgabe hin, vergessen die Zeit und vollbringen Großartiges mit Leichtigkeit. Wenn Sie den Zeitraum, den sie in diesem wunderbaren Flow-Zustand verbringen, nur um 15% – 20% vergrößern können, wird Ihre Produktivität also fast verdoppelt.

Bei einem achtstündigen Arbeitstag heißt das, Sie brauchen nur eine gute Stunde im Flow zu arbeiten, um Ihre Produktivität fast zu verdoppeln.

Also eine super Sache für Menschen, die mit weniger Anstrengung mehr erreichen möchten.

Das Gegenteil von Flow ist Struggle, was man mit Hadern, Straucheln oder auch Funktionieren übersetzen kann. In den Phasen des Struggle sind wir häufig auf die Funktionen unseres Stammhirns reduziert und nutzen nicht unser gesamtes Potenzial. Unsere Reaktionen laufen automatisiert ab und sind auf die Basisfunktionen von Angriff, Flucht oder Totstellen beschränkt.

Drei Schritte in den Flow:

  1. Bemerken, dass Sie im Struggle sind.
  2. Akzeptieren und loslassen.
  3. Rahmenbedingungen schaffen, dass Flow geschehen kann.

Schritt 1: Um zu bemerken, dass Sie im Struggle sind, braucht es Bewusstheit. Manchmal ist eine Nackenverspannung oder ein Kopfschmerz ein Hinweis darauf, dass man feststeckt. Manchmal gibt es auch eine nette Kollegin, die einen darauf aufmerksam macht, dass es vielleicht auch noch eine andere Lösung für das Problem gibt.

Schritt 2: Akzeptieren und Anerkennen, dass man sich in eine Idee verrannt hat, fällt nicht immer leicht. Wenn es  Ihnen gelingt, ist die Erleichterung umso größer. Es ist körperlich spürbar, dass der bis dahin erlebte Druck nachlässt. Manchmal braucht es hier eine innere Klärungsarbeit, um herauszufinden, was genau Sie loslassen sollten, um nicht gegen Ihre inneren Werte zu verstoßen. Eine ursprüngliche Idee loszulassen fühlt sich manchmal wie eine Heldentat an und kann tatsächlich einen großen Schritt in  Ihrem eigenen Universum bedeuten.

Schritt 3: Da wir Flow nicht einfach anschalten können, brauchen wir einen indirekten Weg um ihn anzusteuern.Wir können die Rahmenbedingungen gestalten und entsprechende Einstellungen und innere Haltungen pflegen, die förderlich sind, sodass Flow geschehen kann. Weiter unten folgt eine entsprechende Liste mit dem was für uns gut funktioniert.

Flow ist ein Zustand, den wir nicht bewusst herstellen können.

Es geht vielmehr darum, sich immer wieder darüber klar zu werden, dass man im Kampf und Stressmodus feststeckt, um dann aus diesem Modus auszusteigen und bewusst loszulassen und sich zu entfalten. Die folgenden Punkte stellen Stellschrauben dar, die es uns ermöglichen, den Flow zu steuern. Grundsätzlich zählt dazu alles, was lebendig, aktiv und bewusst macht.

Mit den folgenden Aktivitäten und Haltungen gelingt es  Frank und mir am besten, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Flow geschehen kann:

  • Die Basics: Gutes Essen, ausreichend Wasser trinken, regelmäßig ausreichend schlafen, regelmäßige Bewegung,
  • in die eigene Mitte kommen,
  • Ungestörtheit,
  • wertschätzende Kommunikationskultur, frühzeitig ansprechen, was stört, Rückmeldungen einholen,
  • natürliche Atmung, ausgewogene Muskelspannung, ein gelöster Kiefer,
  • koordinierte Verbindung vom Kopf zum Rest des Körpers,
  • Meditation, Yoga, Achtsamkeit, Bodywork (Alexander-Technik), Kampfkünste,
  • in die Natur gehen, Zeit mit sich selbst verbringen, Stille,
  • spielen,
  • Kunst,
  • sinnfreie Dinge tun,
  • mit sich selbst präsent sein,
  • Präsenz im Kontakt mit dem Gegenüber haben,
  • sich Zeit nehmen für…,
  • Vertrauen in sich selbst haben,
  • Neugier, Experimentierfreude, Interesse, Offenheit,
  • Hingabe an eine Aufgabe oder ein Thema, wirklich nur das Eine tun,
  • Ruhe,
  • Musik hören (z.B. Brainwave music),
  • Musik selber machen,
  • Jonglieren, balancieren,
  • Aroma Essenzen: Zitrone, Pfefferminze, Brain Power, Clarity.

Unsere praktische Empfehlung:

Wählen Sie einen der oberen Punkte aus, wirklich nur einen!  Machen Sie sich selbst einen Plan, wie Sie diesen Punkt in der nächsten Woche in Ihren Alltag integrieren möchten. Es fällt uns Menschen oft leichter, etwas regelmäßig zu tun, wenn wir ein Ritual daraus machen und es immer zur gleichen Zeit oder am selben Ort ausführen. Dies ist jedoch nicht notwendig. Möchte ich z.B. Neugierde in meinen Alltag integrieren, ist es eine Möglichkeit, jeden Tag eine Alltagsaktivität anders zu machen  als gewohnt, z.B. die Zahnbürste mit der anderen Hand halten, wenn  Sie Ihre Zähne putzen, auf dem Weg zur Arbeit eine andere Strecke fahren, sich am Esstisch statt auf  Ihren Stammplatz auf einen anderen Stuhl setzen, usw.

Video-Empfehlungen:

Für alle, die sich genauer mit diesem Thema beschäftigen möchten, gibt es ein wunderbares Video von Jamie Wheal auf Youtube. Es hat den Titel „How to hack flow“ und ist wirklich sehenswert. www.youtube.com/watch?v=vclsuSWaTUg

In der zweiten Videoempfehlung spricht Mihaly Csikszentmihalyi.  Er war der Erste, der in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts über den Flow geforscht und geschrieben hat – darüber, was das Leben lebenswert macht. www.ted.com/talks/mihaly_csikszentmihalyi_on_flow